Freitag, 18.09.2015

14:15 - 15:45

C211

S18-16

Session Innovative Prävention- und Interventionsansätze

Moderation: K. Aner, Kassel

14:15

Dieser Vortrag wurde zurückgezogen und fällt somit aus.

L. Wolski Basel;

S18-16-01 

Prävention von Depression bei altersbedingter Makuladegeneration kurz: Previ-Mak

14:15

I. Hendlmeier; A. Hoell1; M. Schäufele Fakultät Sozialwesen, Hochschule Mannheim, 1 Psychiatrische Epidemiologie und Demografischer Wandel, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim;

S18-16-02 

Psychische Problemlagen bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit: Entwicklung eines evidenzbasierten Kompendiums für die Pflegeberatung

Hintergrund:
Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf und psychischen Beeinträchtigungen haben nach wie vor nur sehr eingeschränkt Zugang zu psychiatrischer Versorgung. Pflegeberatung (durch Soziale Arbeit oder Pflege) als neues Element in der Versorgungslandschaft könnte hier eine Türöffnerfunktion wahrnehmen. In der Pflegeberatungspraxis zeigen sich allerdings große Unsicherheiten im Umgang mit psychischen Problemlagen.

Ziel:
Erstellen eines evidenzbasierten Kompendiums zu psychischen Problemlagen bei Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf für die professionelle Beratung durch nicht psychiatrisch-spezialisierte Berufsgruppen.

Methoden:
a) Durchführung einer breit angelegten internationalen Literaturrecherche zur Identifikation evidenzbasierter Leitlinien zu ausgewählten psychischen Störungen bei Pflegebedürftigkeit (Demenz, Depression, bipolare Störungen, alkoholbedingte Störungen, Suizidalität, Schizophrenie und/oder akute Psychosen, Belastungsstörungen) und b) Extraktion von beratungsrelevanten Empfehlungen und Orientierungen für nicht-ärztliche Gesundheitsberufe in der nicht-spezialisierten Versorgung (primary care).

Ergebnisse:
In der Leitlinienrecherche zu den avisierten psychischen Problemlagen fanden sich nur wenige evidenzbasierte Empfehlungen für die Beratung von Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf. Aus den störungsspezifischen Leitlinien konnten aber vereinzelt Empfehlungen für nicht-ärztliche Gesundheitsberufe entnommen werden - vor allem Erkennen von psychischen Störungen, Aufgaben der Psychoedukation und Begleitung von Patienten und Angehörigen. Eine wichtige Grundlage dafür bot der „mhGAP Intervention Guide for mental, neurological and substance use disorders in non-specialized health settings“ (WHO, 2010).

Schlussfolgerung:
Pflegebedürftige Menschen mit psychischen Problemlagen haben ein hohes Risiko nicht bedarfs- und bedürfnisgerecht versorgt zu werden. Das Kompendium (Quelle: Zentrum für Qualität in der Pflege; www.zqp.de) bietet eine Grundlage für die fachgerechte Beratung dieser Gruppe durch Pflegeberater/innen.

15:40

S. Naber; K. Wolf-Ostermann1
Institut für Sozialwesen, Humanwissenschaften, Universität Kassel, Kassel; 1 FB 11, Human- und Gesundheitswissenschaften, Universität Bremen, Bremen;

S18-16-03 

Tiergestützte Interventionen für Menschen mit Demenz in ambulant betreuten Wohngemeinschaften - eine quantitativ-qualitative Studie

In Deutschland sind zurzeit etwa 1,5 Millionen Menschen an einer Demenz erkrankt, Tendenz steigend. Die Betreuung von Menschen mit Demenz (MmD) wird auch in Zukunft von großer Bedeutung sein. MmD können ihre Emotionen besonders gut ausdrücken und wahrnehmen, der Kontakt zu Tieren geschieht ebenfalls auf der emotionalen Ebene. Aus diesem Grund bietet es sich an, zwischen MmD und Tieren zu interagieren. Obwohl es bereits in der Praxis viele positive Erfahrungen gibt, wurden bisher tiergestützte Interventionen im Zusammenhang mit MmD nur wenig wissenschaftlich untersucht.
Im Rahmen einer prospektiven Studie wurden die Wirkungen ausgewählter Mensch-Hunde-Teams des Berliner Vereins „Leben mit Tieren e.V.“ in Wohngemeinschaften (WG) für MmD begleitend erforscht. Ziel der Studie ist es zu untersuchen, wie sich der regelmäßige professionelle Einsatz von Hunden einerseits auf die MmD und andererseits auf die Mitarbeiter/innen sowie die Organisation von ambulant betreuten WG auswirkt. Es wurden soziale Kontakte und Aktivitäten, Alltagsfähigkeiten (EBI), Lebensqualität (Qualidem), Psychopathologie (NPI), Herausforderndes Verhalten (CMAI) und der Demenzschweregrad (FAST/GDS) im Rahmen von Fremdeinschätzungen standardisiert zu zwei Erhebungszeitpunkten (6 und 12 Monate nach Beginn der tiergestützten Intervention) erfasst. Zudem wurden qualitative Interviews mit Expert/innen geführt. Es wurden 18 Teilnehmer/innen in die Studie eingeschlossen (94,4% weiblich, Durchschnittsalter 83,9 Jahre). Die durchschnittlichen Alltagsfähigkeiten der Studienteilnehmer/innen sind stark eingeschränkt (Mittelwert: 17,8). Alle Studienteilnehmer/innen haben (sehr) schwere kognitive Leistungseinbußen (GDS-Demenzschweregrad 6: 38,9%, GDS 7: 61,1%). Über die Hälfte der Studienteilnehmer/innen (n=10, 55,6%) werden wöchentlich vom Hundebesuchsdienst besucht. Erste Ergebnisse lassen erkennen, dass der regelmäßige professionelle Kontakt zu Hunden bei den Senioren mit der Zeit im Gedächtnis bleibt. Auch im Alltag wird der Hundebesuchsdienst in den WG immer öfter zum Gesprächsthema. Weitere Auswertungen werden Aufschluss darüber geben, ob und in welchem Ausmaß der regelmäßige professionelle Kontakt zu Hunden Verbesserungen für MmD mit sich bringt und welche Rahmenbedingungen hierfür förderlich sind.

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