Donnerstag, 17.09.2015

16:00 - 17:30

C212

S17-07

Partizipation und partizipative Methoden - Die Position des Arbeitskreises Kritische Gerontologie

Moderation: K. Aner, Kassel

Der Begriff der „Partizipation“ hat seit Jahren Konjunktur. Den Zugang zu finanziellen Ressourcen verbinden Kommunen wie auch Einrichtungen der Forschungsförderung zunehmend mit der Forderung nach „Partizipation der Zielgruppen“. Praktiker/-innen und Wissenschaftler/-innen agieren in diesem Kontext oft ohne die Möglichkeit des Austauschs über die Zielsetzung und Anforderungen an die Qualität der geforderten Partizipation. Der AK Kritische Gerontologie hat vor diesem Hintergrund ein Positionspapier erarbeitet, das in diesem Forum vor- und anhand eines aktuellen Projekts zur Diskussion gestellt wird.

16:00

K. Falk; A. Richter1
Institut für gerontologische Forschung e. V., Berlin; 1 Institut für Sozialwesen, Humanwissenschaften, Universität Kassel, Kassel;

S17-07-01 

Diskussionspapier Partizipation und partizipative Methoden in der Gerontologie – eine Einführung

Der einführende Beitrag gibt einen Überblick über das Positionspapier. Er berichtet Verlauf und Stand der Diskussion im Arbeitskreis. Es werden die zentralen Perspektiven des Papiers erläutert, die Stufen der Partizipation und die Chancen, Risiken und Grenzen des Konzepts aus Sicht der beteiligten AutorInnen vorgestellt. Mögliche Kriterien für die Anwendung emanzipatorisch-kritisch verstandener partizipativer Methoden in gerontologischer Forschung und Praxis werden benannt.

16:40

M. Vukoman; L. Heite1; H. Rüßler; M. Grates; A.-C. Kotschate
Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften, Fachhochschule Dortmund, Dortmund; 1 Generationennetz Gelsenkirchen e. V.

S17-07-02 

QuartiersNETZ: Herausforderungen und Lernprozesse partizipativer Quartiersentwicklung

Der Beitrag knüpft mit einem aktuellen Beispiel an das Positionspapier an. Anhand des Forschungs- und Entwicklungsverbundprojekts „QuartiersNETZ“ werden Methoden der partizipativen Quartiersentwicklung vorgestellt, erste Einschätzungen zu den Methoden formuliert und die Herausforderungen partizipativer Quartiersentwicklung und Lernprozesse aller beteiligten Akteure nachgezeichnet. Ausgangspunkt des Projekts ist, dass mit dem Alter einerseits das Wohnumfeld als Lebensraum immer wichtiger wird, sich andererseits die Bedeutung der Wohnumwelt andererseits nicht nur mit der Abnahme von physischen Fähigkeiten und der gleichzeitigen Zunahme an wohnungszentrierter Lebensgestaltung begründen lässt. Ältere wollen auch ihre je eigenen Interessen im Quartier berücksichtigt sehen. Von zukunftsweisender Bedeutung ist daher die altersintegrierte Quartiersentwicklung unter Beteiligung insbesondere älterer Menschen und deren Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben vor Ort. Das Forschungs- und Entwicklungsverbundprojekt „QuartiersNETZ“ bezieht in vier exemplarisch ausgewählten Quartieren der Stadt Gelsenkirchen (Referenzstadt für die Region Ruhrgebiet) Ältere über verschiedene Wege in die Quartiersentwicklung und das Quartiersleben entscheidend mit ein. Es beinhaltet zudem die partizipative Entwicklung von innovativen, altersgerechten Interaktions- und Kommunikationsmedien, einer digitalen Quartiersplattform inklusive eines Vermittlungskonzepts, die partizipative Entwicklung von Geschäftsmodellen sowie demokratischer Strukturen in den Stadtteilen und ihrer Integration in die kommunalpolitischen Entscheidungsstrukturen. Hier werden erste Ergebnisse der prozessbegleitenden Evaluation der Quartierskonferenzen und thematischen Arbeitsgruppen zur Diskussion gestellt.

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