Freitag, 18.09.2015

14:15 - 15:45

C212

S18-17

Methoden der Quartiersarbeit

Moderation: F. Schönberg, Dortmund

Im Projekt "Gemeinam in Steinheim" (GeiSt) - gefördert durch die Stiftung Wohlfahrtspflege - werden verschiedene inhaltliche Cluster bearbeitet:
1. Teilhabe/Partizipation
2. Beratung
3. Arbeit im Quartiersstützpunkt
4. Qualifizierung
5. Mainstreaming.
Es werden unterschiedliche Methoden und Ansätze erprobt und weiterentwickelt. Folgende Inhalte sollen im Rahmen des Symposium vorgestellt werden:
. Das Projekt im Überblick
. Qualitative Sozialraumanalyse Steinheim
. Mieterbefragung des Helene Schweitzer Zentrums
. Das Bildungsangebot "Qualifiziert fürs Quartier" (QfQ)

14:15

G. Techtmann
Stabsabteilung Altenhilfe, Evangelisches Johanneswerk e. V., Bielefeld;

S18-17-01 

Qualitative Sozialraumanalyse im Projekt GeiSt – Auswertung von Schlüsselpersoneninterviews als Grundlage für die Weiterentwicklung des bürgerschaftlichen Engagements und der Quartiersarbeit in der Stadt Steinheim

Gemeinsam in Steinheim – GeiSt. Unter diesem Namen hat das Alters-Institut des Ev. Johanneswerks ein Modellprojekt gestartet. Mit Förderung der Stiftung Wohlfahrtspflege, der Johannesstiftung, der Stadt Steinheim und des Ev. Johanneswerks entsteht im Nachbarschaftszentrum des Helene-Schweitzer-Zentrums ein Unterstützungsnetzwerk mit Kultur- und Freizeitangeboten. Zusammen mit einer Gemeinwesenarbeiterin entwickeln Mieter/innen und Bewohner/innen des Helene-Schweitzer-Zentrums, Angehörige, Vereine und Menschen aus der Nachbarschaft neue Formen des Miteinanders.

Um einen Einblick in die sozialräumlichen Strukturen der Stadt Steinheim zu erhalten, spezifische Unterstützungsbedarfe zu erheben sowie Potenziale und Ideen für die Weiterentwicklung des bürgerschaftlichen Engagements ermitteln zu können, wurde zu Beginn des Projektes eine qualitative Sozialraumanalyse durchgeführt. Hierzu wurden zehn Interviews mit Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Steinheim geführt und ausgewertet. Zudem wurde der Kick-Off des Projektes dazu genutzt, mit Hilfe ergänzender Methoden (z.B. Nagelmethode, World-Cafés) weitere Erkenntnisse über die Bedarfe und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger zu erhalten.

Der Vortrag stellt die wesentlichen Ergebnisse der Sozialraumanalyse vor und fokussiert dabei insbesondere auf praktische Aspekte und Grenzen des methodischen Vorgehens.

14:45

M. Raab, Münster;

S18-17-02 

Der Wohnortwechsel im hohen Lebensalter. Kritisches Lebensereignis oder Chance auf persönliche Weiterentwicklung?

Nutzerbefragung der Erstmieter des Modellprojektes „Gemeinsam in Steinheim“ bezüglich ihrer vorherigen Wohnsituation, den Umzugsmotiven und den Erwartungen an das ausgewählte Angebot
Der Wohnortwechsel gehört zu den Begebenheiten im Leben eines Menschen, die durchaus als kritisch betrachtet werden können. Insbesondere ein erzwungener Wechsel des Lebensraums, sei es durch Vertreibung, der Umzug auf Grund beruflich bedingter Mobilität oder die notwendige Aufgabe des alten Zuhauses begründet durch zunehmende Pflegebedürftigkeit seien hierbei genannt. Aber auch ein Wechsel des Wohnortes, welcher in erster Linie freiwillig und ohne äußeren Zwang begangen wird, kann ein einschneidendes Erlebnis sein, welches den Verlust des bekannten sozialen Umfelds bedeutet.
Die Mieter des Johannesstifts, Teil des Helene-Schweitzer-Zentrums in Steinheim, haben diesen Schritt unternommen. Sie sind im zum Teil hohen Alter umgezogen, um eine neue, ihren Bedürfnissen entsprechende Wohnsituation nutzen zu können. In der im Titel genannten Untersuchung konnten die Erstmieter dieser 50 m2 - 95 m2 großen, barrierefreien Mehrzimmerwohnungen mittels leitfadengestützter Interviews befragt werden. Hauptaugenmerk lag hierbei auf Angaben zu der vorherigen Wohnsituation, den Umzugsmotiven und den Erwartungen an das ausgewählte Angebot. In dem Zeitraum vom 07. August 2014 bis zum 08. Oktober 2014 erklärten sich insgesamt 17 Mietparteien der bis zum Zeitpunkt der Interviews 25 bewohnten Mietwohnungen bereit, an den Befragungen teilzunehmen. Darunter waren neun alleinlebende Mieterinnen, fünf alleinlebende Mieter und drei Ehepaare. Das Alter der befragten Personen lag hierbei zwischen 58 und 88 Jahren. Der Vortrag umfasst die Darstellung der erhobenen Untersuchungsergebnisse, um die Ausgangsfrage „Der Wohnortwechsel im hohen Lebensalter. Kritisches Lebensereignis oder Chance auf persönliche Weiterentwicklung?“ näher zu beleuchten.

15:15

B. Kruth
Stabsabteilung Altenhilfe, Evangelisches Johanneswerk e. V., Bielefeld;

S18-17-03 

Qualifiziert fürs Quartier

Das verantwortliche Zusammenwirken aller ist gefordert: von Familien, Nachbarn, bürgerschaftlich Engagierten und professionellen Diensten. Aus diesem Kontext ist eine Qualifikationsreihe entstanden, die im Rahmen des Projektes „Gemeinsam in Steinheim (GeiSt)“ überarbeitet und durchgeführt wird. Die hier vorgestellte Qualifizierung ist so aufgebaut, dass sich Präsenz- und Selbstlernphasen miteinander abwechseln und aufeinander beziehen, um das jeweils erworbene (Handlungs-)Wissen mit in den Berufsalltag zu nehmen und in sogenannten modulbezogenen Transferaufgaben praktisch zu erproben und umzusetzen. Die vier inhaltlichen Module umfassen folgende Inhalte:

Modul Sozialraumorientierung : Weg vom Schreibtisch - rein ins Quartier! Nur wenn ich weiß, wie bei mir vor Ort die Menschen „ticken“ und wer seinen lokalen Nahraum erkundet hat, kann mit den Ressourcen und Potentialen seines Sozialraums gut arbeiten.

Modul Partizipation: Mit anderen etwas für sich selbst tun! Die Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen, an Fragestellungen und Entscheidungen, die sie betreffen, ist im Großen und Ganzen längst akzeptiert. Auch quartiernahe Versorgungskonzepte brauchen und leben von und mit der Bürgerbeteiligung.

Modul Wohlfahrts-Mix: Das regelt sich nicht von allein! Wir wissen alle ein „Weiter so“ in der Versorgung und Betreuung von Menschen mit Assistenz- und Pflegebedarf wird kaum noch möglich sein. Daher beschäftigen wir uns damit: was braucht es noch, neben kleinen, passgenauen Hilfen und adressatenorienterten Angeboten, um zukünftig solidarisch miteinander zu leben und die Verantwortung zu teilen?

Modul Inklusion: Einfach machen! Inklusion ist ein Prozess, der von jedem Startpunkt aus gestartet werden kann. Dieser Prozess braucht vor allem Begeisterte und Mut zum Experimentieren. Es ist uns wichtig die Inklusionsdebatte zu führen und zu verstehen, dass wir ein Teil der Umsetzung sind.

Unterstützt und vertieft wird das Miteinanderlernen durch neun Studienbriefe, ein Beratungssetting und eine digitale Lernplattform.

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